Wenn Menschen dauerhaft Stressfaktoren ausgesetzt sind, ohne diese bewusst wahrzunehmen und ohne adäquat darauf zu reagieren, kann sich diese Belastung neben psychischen Beschwerden wie Schlaflosigkeit und Nervosität auch in körperlichen Symptomen äußern.

„Oftmals sind es Belastungsfaktoren der Arbeitswelt wie hohe Anforderungen, Konflikte mit Kollegen sowie Vorgesetzten oder auch Schwierigkeiten in Partnerschaft und Familie, die starken Stress auslösen können, ohne dass sich der Betroffene tatsächlich darüber im Klaren ist. Dieser unbewusste Stress kann sich jedoch verselbstständigen und eine Vielzahl körperlicher Symptome verursachen“, erklärt Dr. Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP) in Krefeld. Erster Ansprechpartner sollte dann der Hausarzt sein, da organische Ursachen, wie beispielsweise eine Schilddrüsenfehlfunktion oder Herz-Kreislauferkrankungen ausgeschlossen werden müssen.

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Große Teile der Bevölkerung in Deutschland haben das Gefühl, dass ihre gesellschaftliche Teilhabe nicht gesichert ist. Der Verlust von Lebenszufriedenheit und Glück, weniger Selbstsorge und weniger bürgerschaftliches Engagement sind die Folge. Darauf haben Wissenschaftler der Universität Kassel hingewiesen.

„60 Prozent der deutschen Bevölkerung erleben ihre finanzielle Situation als ständige Gratwanderung zwischen Meistern und Absturz“, sagte der Sozialpsychologe Prof. Dr. Ernst-Dieter Lantermann. „40 Prozent machen sich große Sorge um ihren Arbeitsplatz, über 50 Prozent befürchten, dass sie ihre Ansprüche im Alter deutlich senken müssen.“ 40 Prozent sähen ihre Gesundheit als bedroht an, 60 Prozent glaubten, dass in Deutschland die Häufigkeit sozialer Notlagen deutlich zunehme: „30 Prozent befürchten eine Erosion ihrer sozialen Netze.“

Diese Ergebnisse gehen aus einer Befragung von 1.200 repräsentativ ausgewählten Bundesbürgern über 18 Jahren hervor, die im Auftrag der Universität Kassel und des Hamburger Instituts für Sozialforschung durchgeführt wurde.

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 (Quelle: TK-Meinungspuls "Rückenprobleme" 2012)

Ursachen für Rückenprobleme (Quelle: TK-Meinungspuls "Rückenprobleme" 2012).

Fast jeder zehnte Krankschreibungstag in Deutschland ist rückenbedingt. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) entfielen 2011 9,3 Prozent aller Fehlzeiten auf Rückenbeschwerden. Hochgerechnet auf das gesamte Bundesgebiet sind das jährlich über 39 Millionen Fehltage. Das bedeutet: Täglich fehlen über 160.000 Beschäftigte in Deutschlands Betrieben rückenbedingt.

Heiko Schulz, Psychologe bei der TK, geht davon aus, dass viele dieser Fehltage psychische Ursachen haben: “Seelische und körperliche Gesundheit hängen eng zusammen. Probleme, beruflich oder privat, können buchstäblich im Nacken sitzen. Stress und Überlastung wirken auf das vegetative Nervensystem und führen so zu körperlichen Beschwerden.” Diese können individuell sehr verschieden sein, als Kopf- oder Magenschmerzen, aber auch als Nacken- und Rückenbeschwerden auftreten.

In einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK nannte ein Drittel der Befragten Stress und seelische Probleme als Ursache der Rückenprobleme. Während 40 Prozent der Frauen hinter ihren Rückenschmerzen psychische Ursachen vermuten, sieht nur ein Viertel der Männer einen solchen Zusammenhang.

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“Kalt rieselt matter Schau’r durch meine Adern, der fast die Lebenswärm erstarren macht”, spricht Julia, bevor sie das tödliche Gift zu sich nimmt – in dem Glauben ihr geliebter Romeo befinde sich bereits im Jenseits.

In Shakespeares Werken, hat jetzt der britische Arzt Kenneth Heaton entdeckt, gibt es überdurchschnittlich viele solcher Versinnbildlichungen von seelischem Schmerz, der sich in körperlichen Symptomen niederschlägt. Diese Darstellungen sollte sich laut Heaton so manch ein Mediziner einmal zu Gemüte führen – es würde seinen Diagnosen wohl nicht schaden. Denn neben seiner hohen sprachlichen Kunst scheint der englische Poet sich sehr genau mit den körperlichen Auswirkungen seelischen Stresses ausgekannt zu haben.

Heaton, der an der University of Bristol arbeitet, hat sich die Mühe gemacht, Maläsen wie Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Ermüdungserscheinungen von William Shakespeares Charakteren genauer unter die Lupe zu nehmen. Zudem verglich er die Häufigkeit ihrer Erwähnung mit der in anderen Werken, die aus der gleichen Zeit stammen.

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Psychisch kranke Menschen, die eine stationäre Behandlung suchen, erhalten von den Krankenhäusern viel zu lückenhafte Informationen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), die beispielhaft an 79 psychiatrischen und psychosomatischen Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde.

In fast 90 Prozent der Krankenhäuser bekamen die Testanrufer, die angaben, sich für einen depressiv erkrankten Angehörigen zu erkundigen, keine konkreten Beschreibungen eines Behandlungskonzepts oder typischen Therapieplans. Typische Antworten waren vielmehr “Auf Station gibt es einen regelmäßigen Tagesablauf” oder “Die Therapie ist multimodal und individuell zugeschnitten”.

Auf Nachfragen gaben zumindest ein Teil der Kliniken genauere Auskunft über Art und Umfang der medikamentösen Therapie oder Psychotherapie. Grundlage der Umfrage ist die BPtK-Checkliste für psychiatrische und psychosomatische Krankenhäuser.

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Hat ein Mensch körperliche Beschwerden, ohne dass organische Ursachen für sein Leiden festgestellt werden können, kann eine so genannte somatoforme Störung dahinterstecken.

“Rücken-, Kopf-, Nacken- oder Gelenkschmerzen, Herzrasen, Schweißausbrüche, Schwindel oder Atemnot können Ausdruck belastender Lebenssituationen, von Stress oder Ängsten und versteckten Depressionen sein. Neben dem Ausschluss einer organischen Ursache ist es deshalb wichtig, auch seelische Einflüsse auf ein bestimmtes Krankheitsbild zu berücksichtigen”, sagt Prof. Dr. med. Martin Bohus von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin. “Betroffene haben oftmals zahlreiche körperliche Untersuchungen ohne Ergebnis hinter sich, bevor ein psychischer Auslöser in Erwägung gezogen wird. Sie sollten sich dann nicht vor einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung scheuen.”

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Wissenschaftler des Klinikum rechts der Isar belegen in einer aktuellen Studie die Macht der Gedanken: Patienten, denen man suggeriert hatte, dass eine Behandlung die Herzkranzgefäße erweitern würde, verspürten im Anschluss an die Schein-Behandlung nicht nur weniger Schmerzen. Sie zeigten auch messbare Veränderungen der Herzkranzgefäße. Die Forschungsergebnisse wurden im aktuellen American Heart Journal veröffentlicht.

In der Vergangenheit konnten Wissenschaftler bereits häufig beobachten, dass Suggestionen die Wahrnehmung von Herzschmerzen beeinflussen können. Die Münchner Forscher aus der Klinik für Psychosomatik sowie dem Institut für Allgemeinmedizin des Klinikums rechts der Isar gingen in ihrer aktuellen Studie nun der Frage nach, ob dieser Effekt auch die Auswirkung tatsächlicher körperlicher Veränderungen sein könnte.

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Depressive Stimmung und Hoffnungslosigkeit erhöhen das Risiko für koronare Herzkrankheit (KHK) und verschlimmern ihren Verlauf. Große Studien zeigen, dass allein die Depression das Risiko für einen Herzinfarkt um 64 Prozent erhöht. Depressivität gehört damit zu den fünf wichtigsten Einflussfaktoren für eine KHK.

Das liegt zum einen am ungesunden Lebensstil. Forscher haben jetzt auch schädigende immunologische Reaktionen und erhöhte Gerinnungsneigung gemessen.

“Depressivität ist für die Entstehung einer Herzerkrankung ebenso bedeutsam wie es die Risikofaktoren Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Rauchen und Diabetes Typ 2 sind”, betont Professor Dr. phil. Dr. med. Karl-Heinz Ladwig vom Institut für Epidemiologie, Helmholtz-Zentrum München. So habe sich bei 45- bis 70-jährigen Männern die Depressivität in Bezug auf die Gesamtsterblichkeit als ein ähnlich hoher Risikofaktor wie Bluthochdruck erwiesen, so Ladwig.

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Mit 18 Arztbesuchen pro Jahr halten die Deutschen den weltweiten Rekord. Das Institut für Allgemeinmedizin am Klinikum rechts der Isar der TU München (MRI) konnte belegen, dass es in erster Linie Patienten mit psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen sind, die häufig ihren Hausarzt aufsuchen.

Jeder Deutsche ging im Jahr 2008 laut einer Studie der Barmer GEK knapp 18 Mal zu einem Arzt. Die Arbeitsgruppe von Prof. Antonius Schneider, dem Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der TU München am Klinikum rechts der Isar, suchte nach einer Erklärung für diese hohe Zahl. Für ihre Untersuchung werteten die Wissenschaftler die Zahlen von 1000 Patienten in 13 Hausarztpraxen in Oberbayern aus dem Jahr 2010 aus. Sie erhoben die Anzahl der hausärztlichen Kontakte, der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Überweisungen.

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Ungerechte Löhne sind schlecht für das Herz. Das ist das Ergebnis der kürzlich vom Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) veröffentlichten Studie einer Forschergruppe um den Bonner Ökonomen Armin Falk und den Düsseldorfer Soziologen Johannes Siegrist.

„Menschen, die ihre Bezahlung als unfair empfinden, geraten schnell unter Stress“, sagt Falk. „Außerdem leiden sie eher unter Herzkrankheiten, Bluthochdruck und Depressionen.“ Falk hatte mit Hilfe eines Experiments untersucht, wie sich das Gefühl von Ungerechtigkeit auf die Gesundheit auswirkt. Außerdem hatte er Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) ausgewertet.

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