Mit einem speziellen Programm aus Bewegung, geistiger Aktivität und alltagspraktischem Training kann das Voranschreiten von Demenz nachhaltig verzögert werden – und das ganz ohne Medikamente. Das hat eine Studie von Forschern um Prof. Dr. Elmar Gräßel von der Psychiatrischen und Psychotherapeutische Klinik am Universitätsklinikum der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) ergeben. Die Wissenschaftler haben eine Therapie für Demenzkranke entwickelt und diese ein Jahr lang gemeinsam mit Bewohnern von Pflegeheimen in Bayern erprobt. Ihre Forschungsergebnisse haben sie jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Biomed Central Medicine veröffentlicht.

Demenzerkrankungen können viele verschiedene Ursachen haben. Ihre Symptome sind Verwirrung, Gedächtnisverlust, Sprach- und Verständnisprobleme. Ganz gleich, ob die Demenz langsam oder schnell verläuft, geht sie immer mit geistigem und körperlichem Abbau einher. Sowohl für die betroffenen Patienten als auch für deren Angehörige kann die Krankheit eine große Belas­tung darstellen. Mit der neuen Aktivierungstherapie „MAKS“ lasse sich die das Fortschreiten der Demenz mindestens zwölf Monate aufhalten, sagen die Erlanger Forscher.

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Eine Demenz allgemein verändert den Menschen mit dem Fortschreiten der Erkrankung. Dies mitzuerleben kann neben dem Betroffenen auch für die Angehörigen und das weitere Umfeld sehr belastend sein. Die Veränderung kann viele Gesichter haben und für die Familie ist es wichtig, sich zu einem möglichst frühen Zeitpunkt damit auseinanderzusetzen, um Missverständnisse zu begrenzen.

„Wenn das Umfeld lernt zu verstehen, was in dementen Menschen vorgeht, was sie brauchen und wie sie reagieren, kann zumindest ein Teil an Konflikten und Belastungen vermieden werden“, rät Priv.-Doz. Dr. Martin Haupt, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) in Wiehl. „Beispielsweise ist die Wahrnehmung der eigenen Einschränkungen den Betroffenen zu Krankheitsbeginn sehr klar. Viele reagieren darauf mit tiefer Verunsicherung, mit Ängsten oder Niedergeschlagenheit. Werden sie nun zusätzlich mit Aussagen wie ‘Jetzt streng dich mehr an’ oder ‘Du musst mehr üben’ bedrängt, beeinträchtigt dies schnell das Selbstwertgefühl der Erkrankten, wenn sie nicht mehr in der Lage dazu sind, leistungsfähiger zu sein. Beschämung, Resignation und schließlich eine Depression können die Folgen sein, die das Wohlbefinden der Erkrankten weiter schmälern und die Krise verschärfen.“

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Die Nervenzellen in einem von Alzheimer betroffenen Gehirn leisten im Verlauf der Zeit immer weniger. Zurückzuführen ist dieser Leistungsabfall auf Mechanismen, die grundsätzlich reversibel sind. Zu diesem Schluss gelangt eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie.

Ungefähr ein bis zwei Prozent der über 65-jährigen Bevölkerung – etwa 110.000 Menschen in der Schweiz – leiden an der Alzheimer-Krankheit. Sie zählt zur häufigsten Form der Demenz und soll in den kommenden Jahrzehnten sogar doppelt so viele Personen in der westlichen Welt betreffen.

Im Gehirn von Alzheimer-Patienten sammeln sich Eiweissablagerungen an, die den Hirnzellen schaden und schliesslich zu deren Tod führen können. Doch schon bevor die Hirnzellen absterben, macht sich der schleichende Zerfall ihrer Funktionen bemerkbar. In der harschen Umgebung eines degenerierenden Gehirns schalten Hirnzellen diejenigen Gene aus, die bei Lern- und Gedächtnisprozessen eine wichtige Rolle spielen. Diese Inaktivierung beruht auf so genannten epigenetischen Prozessen, die grundsätzlich reversibel sind, wie der Schweizer Forscher und SNF-Stipendiat Johannes Gräff und seine Kolleginnen und Kollegen vom Massachusetts Institute of Technology in der neuesten Ausgabe von “Nature” berichten.

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(Bild: Universität Ulm)

Mikroskopische Bilder menschlicher Neuroblastomzellen. Links: Zellkerne (blaue) und Zellmembran (rote Konturlinien). Rechts: Fluoreszenzmarkierte Aβ-Ablagerungen (gelb). (Bild: Universität Ulm)

Mit einem Extrakt aus grünem Tee (Epigallocatechingallat, EGCG) und rotem Laserlicht wollen Forscher um den Ulmer Wissenschaftler Dr. Andrei Sommer die Alzheimersche Krankheit besiegen. Dank der ungewöhnlichen Kombinationstherapie konnten sie die für Morbus Alzheimer typischen Beta-Amyloid-Plaques (Aβ) im Modell-Experiment um mehr als 60 Prozent verringern.

Diese Ablagerungen stören die Signalübertragung zwischen Nervenzellen im Gehirn und verursachen so die bekannten Symptome der Krankheit. Die Erkenntnisse der Forscher sind jetzt in der Fachzeitschrift “Photomedicine and Laser Surgery” veröffentlicht worden.

Die Idee für den neuartigen Therapieansatz ist bei der Grundlagenforschung am Institut für Mikro- und Nanomaterialien, Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik der Universität Ulm, entstanden: Materialwissenschaftler und Ingenieure hatten bei der Untersuchung von nanoskopisch dünnen Wasserschichten auf nanokristallinem Diamant festgestellt, dass sich diese bei Bestrahlung mit rotem Laserlicht ausdehnen. Nach Ende der Laserbestrahlung ziehen sich die Wasserschichten wieder zusammen. Diese Erkenntnisse gelten auch für Wasserfilme in lebenden Zellen. Beim Zusammenziehen können die Zellen Substanzen aus der unmittelbaren Umgebung aufnehmen.

Kurz zuvor war in Modell-Experimenten gezeigt worden, dass die Substanz EGCG Aβ-Ablagerungen bekämpft. Jetzt haben die Forscher diese beiden Erkenntnisse kombiniert und auf menschliche Neuroblastomzellen übertragen.

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