Katze

Frauen konnten positiv empfundene Fotos wie etwa von Katzen besser im Gedächtnis behalten als Männer.

Hauptsache positiv – nach diesem Motto scheint das weibliche Erinnerungsvermögen zu arbeiten. Denn laut einer Studie eines kanadischen Forscherteams erinnern sich Frauen besser an Positives. Männer dagegen speichern vor allem intensive Erlebnisse ab – und das besonders gut, wenn es sich um negative Erfahrungen handelt.

Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass emotionale und vor allem positive Erinnerungen sich im menschlichen Gehirn fester verankern als negative oder emotional neutrale. Ein Forscherteam um Emma Glaser von der McGill University in Montréal hat nun jedoch erstmals genauer untersucht, ob diese Annahmen gleichermaßen auf Männer und Frauen zutreffen.

Dazu zeigten sie je 17 Männern und Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren 100 Fotos. Die Bilder waren vier Kategorien zugeordnet: Auf einigen waren positive Inhalte mit geringer Emotionalität wie beispielsweise kleine Katzen oder Kinder zu sehen, auf anderen positive Inhalte mit hoher Emotionalität (Erotikbilder). Eine dritte Gruppe zeigte negative Inhalte mit vergleichsweise geringer Emotionalität wie weinende Babys und eine vierte negativeInhalte mit hoher Emotionalität, zum Beispiel Kriegsbilder. Jedes Bild erschien für drei Sekunden auf einem Bildschirm.

Bilder in unterschiedlicher Reihenfolge

Um die Wirkung bestimmter Bildabfolgen auszuschließen, bekamen die einzelnen Probanden die Bilder in unterschiedlicher Reihenfolge zu sehen. Außerdem durften die weiblichen Studienteilnehmer nicht während ihrer Periode und oder an ihren fruchtbaren Tagen teilnehmen, so dass hormonelle Schwankungen keine Auswirkungen auf die Wahrnehmung und Erinnerung der Bilder haben konnten.

In einer zweiten Runde mischten die Wissenschaftler die Fotos mit unbekannten Bildern. Die Probanden sollten per Knopfdruck bestimmen, ob sie das jeweilige Bild schon einmal gesehen hatten oder nicht. An der Reaktionsgeschwindigkeit und der Trefferquote lasen die Wissenschaftler ab, welche Motive den Teilnehmern im Gedächtnis geblieben waren und welche nicht.

Negative Motive werden von Frauen schlechter wiedererkannt

Ergebnis: Alle Studienteilnehmer drückten den Knopf bei unbekannten Bildern später. Beim Erkennen der bereits bekannten Bilder zeigten sich jedoch Unterschiede zwischen den Geschlechtern: “Zum einen haben wir herausgefunden, dass negative Motive von Frauen schlechter wiedererkannt werden. Positiv empfundene Fotos konnten sie dagegen besser im Gedächtnis behalten als Männer”, erklärt Marc Lavoie von der Université de Montréal. “Bei Männern setzen sich eher emotional intensive Erinnerungen im Gedächtnis fest. Und dabei eher die negativen als die positiven.”

Hirnscans, die das Forscherteam während der Betrachtung der Fotos anfertigte, bestätigten diese Ergebnisse, hielten aber auch eine Überraschung parat: “Interessanterweise zeigten die Scans während der Betrachtung positiver Bilder bei Frauen eine höhere Aktivität der rechten Gehirnhälfte, bei Männern dagegen in der linken Gehirnhälfte”, berichtet Lavoie. Frühere Studien hatte genau das Gegenteil ergeben: bei Frauen eine höhere Aktivität in der linken Gehirnhälfte, bei Männern in der rechten.

“Insgesamt zeigen unsere Ergebnisse, wie komplex die Speicherung emotionaler Erinnerungen ist und unterstreichen, wie wichtig es ist, bei Untersuchungen der Gehirnaktivität die Wertigkeit, Intensität und das Geschlecht mit einzubeziehen”, schlussfolgert Lavoie.

Die Studie: Emma Glaser (McGill University, Montréal) et al.: “Sex differences in memory of emotional images: A behavioral and electrophysiological investigation”, International Journal of Psychophysiology, doi: 10.1016/j.ijpsycho.2012.01.007

Quelle: wissenschaft.de

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