Wenn der Arzt die Spritze zückt – wegsehen! (Bild: Thomas Siepmann / pixelio)

Die einen schauen dem Arzt zu, wenn er ihnen eine Injektion verpasst, die anderen können oder wollen das nicht. Ein deutsches Forscherteam empfihelt: Lieber nicht hinsehen – dann ist die Spritze weniger schmerzhaft.

Dieser Rat von Wissenschaftlern um Marion Höfle vom Universitätsklinikum in Hamburg Eppendorf hängt mit den Erfahrungen zusammen, die wir mit Spritzen gemacht haben: Im besten Fall piksen sie, im schlechtesten verursachen sie starke Schmerzen. Die Mediziner haben herausgefunden, dass die Schmerzen eng mit der visuellen Wahrnehmung zusammenhängen.

Sie zeigten Probanden Videofilme, in denen eine Injektion in eine Hand gestochen wird, ein Wattestäbchen darauf getippt wird oder eine Hand alleine zu sehen ist. Gleichzeitig erhielten die Testpersonen schmerzhafte und nicht schmerzhafte elektrische Signale in ihre eigene Hand. Sie gaben an, die stärksten Signale bekommen zu haben, während die Injektion zu sehen war – auch wenn die Impulse genauso stark erfolgten, wenn die Wattestäbchen zu sehen waren. Auch das Nervensystem reagierte stärker bei der Betrachtung der Injektion.

“Wenn Patienten eine Spritze sehen, erwarten sie Schmerzen, genau wie ihr Nervensystem. Wir empfehlen also, lieber nicht hinzusehen”, resümiert Höfle.

Die Studie: Marion Höfle (Universitäts-Klinikum Hamburg Eppendorf) et al.: Pain, doi: 10.1016/j.pain.2012.02.010

Quelle: wissenschaft.de


Zeichnung Ptbs

Gezeichnete Kriegserinnerungen eines Jugendlichen aus dem Sudan (Bild: Verena Ertl).

Schreckliche Erlebnisse können zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führen, bei der Betroffene unter belastende Erinnerungen leiden. Forscher der Universität Basel haben nun entdeckt, dass ein genetischer Faktor, der für ein gutes Gedächtnis sorgt, auch das Risiko für eine posttraumatische Belastungsstörung erhöht. Die Ergebnisse ihrer Studie erscheinen diese Woche in der US-Fachzeitschrift PNAS.

Ein gutes Gedächtnis hat viele Vorteile. So bleibt beispielsweise der gelernte Schulstoff besser haften oder die Schlüssel werden weniger oft verlegt. Doch ein gutes Gedächtnis könnte auch eine Kehrseite haben, nämlich dann, wenn sich auch schreckliche Erlebnisse wie ein schwerer Unfall oder eine Vergewaltigung tief ins Gedächtnis eingraben. Wenn traumatische Erlebnisse in Form quälender Erinnerungen weiterexistieren, könnten sie die Entstehung einer posttraumatischen Belastungsstörung begünstigen.

Die Professoren Dominique de Quervain und Andreas Papassotiropoulos von der Universität Basel haben nun entdeckt, dass sich Träger einer bestimmten Variante des Gens PKC alpha besser an gelernte Information erinnern als Personen ohne diese Genvariante. Emotionale und neutrale Informationen waren gleichermassen betroffen.

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Jugendliche (Bild: DAK/Wigger)

Deutsche Mädchen und Jungen schätzen sich im internationalen Vergleich am häufigsten als zu dick ein. (Bild: DAK/Wigger)

Jedes zweite 15-jährige deutsche Mädchen und jeder dritte Junge in diesem Alter findet sich zu dick – selbst wenn sie objektiv gar nicht übergewichtig sind. „Damit sind die deutschen Jugendlichen traurige Spitzenreiter in Sachen Körperunzufriedenheit“, sagt Gesundheitswissenschaftlerin Professorin Dr. Petra Kolip von der Universität Bielefeld. Sie hat den deutschen Teil der Studie „Health Behaviour in School-aged Children“ (HBSC) geleitet.

Die Studie zum Gesundheitsverhalten von Schulkindern wurde unter Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation WHO in 39 Ländern und Regionen Europas und Nordamerikas durchgeführt. Ihre Ergebnisse sind Anfang Mai in Edinburgh, Großbritannien, vorgestellt worden.

Der Vergleich der deutschen mit den internationalen Daten zeigt: Deutsche Mädchen und Jungen schätzen sich am häufigsten als zu dick ein. Allen Ländern gemeinsam ist, dass die Unzufriedenheit mit dem Körper mit dem Alter steigt. Bei den 15-Jährigen geben 53 Prozent der Mädchen und 36 Prozent der Jungen an, sich zu dick zu finden.

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Ausdauersport wie Fahrradfahren kann bei wiederkehrenden Depressionen hilfreich sein.

Ärzte und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Tübingen konnten in einem – von der Landesstiftung Baden-Württemberg geförderten – Projekt nachweisen, dass Ausdauerbelastung eine Ausschüttung von zuvor vermindertem Nervenwachstumfaktor bei wiederkehrenden Depressionen bewirkt. Die Studie zeigt somit einen antidepressiven Wirkmechanismus von Ausdauersport auf. Sie wurde kürzlich im International Journal of Neuropsychopharmacology, 1 – 8, 2010 publiziert.

Mens sana in corpore sano – das berühmte Sprichwort zum gesunden Geist im gesunden Körper ist schon über 2000 Jahre alt und immer noch aktuell. Neuere Forschungen haben gezeigt, dass Ausdauersport bei wiederkehrenden Depressionen hilfreich sein kann. Viele Sportler beschreiben eine Stimmungsaufhellung und Stimmungsstabilisierung durch regelmäßigen Ausdauersport wie Radfahren, Walken oder Schwimmen.

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Handschlag (Bild: pressebox)

Kompromisslose Härte in Verhandlungen kann zwar kurzfristig sinnvoll sein, die langfristige Zusammenarbeit aber gefährden.

Wer sich in Verhandlungen kompromisslos zeigt, fährt damit in der Regel besser als Vertreter einer „weichen“ Linie. Das gilt aber nicht unbedingt, wenn der Verhandlungsgegner weiblichen Geschlechts ist – dann kann eine Strategie der gegenseitigen Zugeständnisse eventuell mehr Erfolg versprechen. Das zeigen Forscher der Leuphana Universität Lüneburg und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in einer aktuellen Studie.

Ein weiteres Ergebnis: Kompromisslose Härte kann zwar kurzfristig sinnvoll sein, die langfristige Zusammenarbeit aber gefährden. Für Koalitionsgespräche wie jetzt in Schleswig-Holstein taugt diese Strategie daher wohl weniger. Die Publikation wird in Kürze im renommierten Journal of Management veröffentlicht, ist aber bereits online verfügbar.

Wie muss ich verhandeln, wenn ich den für mich bestmöglichen Erfolg erzielen möchte? Grundsätzlich gibt es zwei Strategien: Ich trete hart und kompromisslos auf; Zugeständnisse mache ich – wenn überhaupt – nur nach langem, zähen Ringen. Oder aber ich versuche, durch bereitwillige Konzessionen (die zunächst durchaus einseitig sein können) die gegnerische Partei ebenfalls zu Kompromissen zu bewegen.

Welche Strategie im Einzelfall die bessere ist, lässt sich schlecht vorhersagen. Allerdings scheinen „harte Hunde“ in vielen Auseinandersetzungen erfolgreicher zu sein als „Softies“. Doch das stimmt eben nicht immer. Von welchen Faktoren der Erfolg der gewählten Verhandlungstaktik abhängt, haben die Wissenschaftler aus Münster und Lüneburg nun in einer breit angelegten Metastudie untersucht. Darin analysieren sie Publikationen aus den letzten Jahren, die sich experimentell mit dem Thema „Verhandlungsstrategien“ auseinandersetzen. Insgesamt nahmen mehr als 7.000 Personen an den jeweiligen Experimenten teil.

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Narzisstische und schüchterne Persönlichkeiten sind häufiger abhängig von Facebook. Bild: Colourbox

Mehr als 900 Millionen Menschen weltweit haben einen Facebook-Account, fast 25 Millionen davon leben in Deutschland. Vor allem junge Menschen verbringen oft mehrere Stunden pro Tag in dem sozialen Netzwerk. Norwegische Forscher haben nun ein neues Instrument entwickelt, um den Grad der Abhängigkeit zu ermitteln.

Das soziale Netzwerk Facebook ist mittlerweile fast so weit verbreitet wie Telefon und Fernsehen. Für manche Menschen kann die Nutzung der sozialen Plattform in einer regelrechten Sucht enden – doch ab wann ist man gefährdet? Mit dieser Frage hat sich ein norwegisches Forscherteam um Cecilie Schou Andreassen von der Universität Bergen beschäftigt. Ziel der Psychologen war es, einen Leitfaden, den „Bergen Facebook Addiction Scale“ (BFAS) zu entwickeln.

423 Studenten, darunter 227 Frauen und 196 Männer gaben Auskunft über ihre Facebooknutzung und nahmen an einem Persönlichkeitstest anhand des Fünf-Faktoren-Modells teil, sowie einem Test, der sich speziell mit Motivation befasst.

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Frau als Chef

Frauen sollten sich zur Förderung ihrer Karriere möglichst anspruchsvollen Aufgaben und Projekten widmen.

Immer noch gibt es deutlich weniger Frauen als Männer in Führungspositionen. Um dies zu ändern, sollten Unternehmen künftig mehr für ihre weiblichen Mitarbeiter tun, als nur Flexibilisierungsmöglichkeiten zu schaffen. Dies zeigen die Ergebnisse eines gemeinsamen Forschungsprojekts der Universitäten Hamburg und Leipzig. Fünf Teams von Forscherinnen aus den Bereichen Psychologie, Sozialökonomie und Pädagogik haben sich über drei Jahre mit der Frage beschäftigt, welche Faktoren in der Arbeitswelt und in der Persönlichkeit die Karriereentwicklung von Frauen fördern oder behindern.

Das Forschungsprojekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Europäischen Sozialfond mit rund 855.000 Euro für die Universität Hamburg und 172.500 Euro für die Universität Leipzig gefördert.

Insgesamt wurden über 100 Frauen und Männer aus verschiedenen, größtenteils technisch orientierten großen Unternehmen in ganz Deutschland zu den Einflussfaktoren von Aufstiegskompetenz und Berufserfolg interviewt. Über 5.000 Personen nahmen an schriftlichen Befragungen teil. Außerdem wurden 52 Coachingprozesse zum Abbau mentaler Blockaden und 30 Coachingprozesse zum Aufbau mikropolitischer Kompetenzen durchgeführt und evaluiert.

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Lachenhält gesund

Der gesündeste Humor ist der selbstaufwertende Humor, wenn man sich über kleine Ungeschicklichkeiten oder Missstände im Leben einfach amüsieren kann, statt sich zu Tode zu ärgern.

Kinder machen es vor: In der preisgekrönten Studie „Humor macht gesund” haben Diplom- Psychologin Tabea Scheel und der Psychologie Masterstudent Mario Csonka bereits gezeigt, dass die Mehrheit der sächsischen Schülerinnen und Schüler durch positiven Humor einen großen Zusammenhalt erzeugen. Durch gleiche Mittel können auch Erwachsene profitieren, so Tabea Scheel von der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie der Universität Leipzig.

Positiver Humor bedeutet nichts anderes, als dass man auch mal über sich selber lacht oder negative Geschehnisse eher in etwas Lustiges wandelt. Auch grundloses Lachen kann die Psyche stärken, so Tabea Scheel: “Ich lache, als muss ich etwas lustig finden. Und das wirkt auch irgendwann nach innen.” Nach ihren Worten lachen Kinder etwa 400 Mal pro Tag, Erwachsene nur noch 20 Mal. Kein Wunder, dass lautes Gelächter in Kindergärten und Schulen kaum zu überhören ist, in Lehrerzimmern und Büros aber eher selten angetroffen wird. Offensichtlich haben Menschen in ihren jungen Jahren mehr Spaß, bis der (Berufs)Alltag einkehrt.

Doch Lachen hält fit: “Mit dem Lachen signalisieren wir unsere Emotionen und wir stecken andere damit an. Und wenn alle die gleiche humorvolle Stimmung haben, dann fühlen wir uns zusammen alle besser. Der Zusammenhalt wird gestärkt”, erklärt die Diplom-Psychologin.

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Hippokampusaktivitaet

Aufzeigen der Korrelation zwischen der Hirnaktivierung im Hippokampus (rechts) während dem unbewussten Integrieren der Situationen 1 und 2 und dem Ausmass, in dem später bewusste Entscheide in Situation 3 dadurch beeinflusst wurden. (Bilder: CCLM, Universität Bern)

Unsere bewussten Entscheidungen werden nicht nur von bewusst erlebten und abgespeicherten Situationen beeinflusst, sondern auch von unbewussten. Und: diese unbewussten Abläufe finden im bewussten Gedächtnissystem statt, wie Berner Psychologinnen und Psychologen herausgefunden haben.

Forschende des Centers for Learning, Memory and Cognition (CCLM) der Universität Bern konnten zeigen, dass unbewusst erlebte Situationen auch unbewusst analysiert, miteinander verglichen und abgespeichert werden – genauso wie dies von bewusst erlebten Situationen bekannt ist. Dieses unbewusst erworbene Wissen kann später in ähnlichen, aber bewusst erlebten Situationen wieder hervorgeholt werden und beeinflusst das bewusste Entscheidungsverhalten ebenso wie bewusstes Wissen.

Diese Erkenntnis ist neu, denn bisher galten solche Gedächtnisleistungen als dem Bewusstsein und dem damit verbundenen bewussten Gedächtnissystem – dem Hippokampus – vorbehalten. Die Berner Forschenden zeigten nun, dass der Hippokampus dieselben Leistungen auch ohne Bewusstsein hervorbringen kann. Die Studie wurde im “Journal of Neuroscience” veröffentlicht.

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Das Internet-Portal ProYouth richtet sich an Jugendliche ab 15 Jahren, die Fragen zu Essstörungen haben – ob betroffen oder nicht.

Jugendliche und junge Erwachsene mit Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie finden in einem neuen Internet-Portal frühe und unkomplizierte Hilfe: Unter www.proyouth.eu können sie sich über Essstörungen und ihre Folgen informieren, im Selbsttest herausfinden, ob sie gefährdet sind und anonym Kontakt zu Experten aufnehmen. Wissenschaftler der Forschungsstelle für Psychotherapie am Universitätsklinikum Heidelberg haben das Portal im Rahmen des von der EU geförderten Projektes „ProYouth“ entwickelt.

Essstörungen beginnen häufig bereits im Jugendalter. Doch zum Teil dauert es Jahre, bis Betroffene professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. „Häufig wissen gerade Jugendliche nicht, dass Essstörungen ein psychisches Problem sind, was sie gegen erste Symptome tun können, an wen sie sich wenden können oder welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt“, erklärt Dr. Stephanie Bauer, Leiterin des Projekts. Hier setzt „Pro Youth“ an: Ziel ist es, die Jugendlichen unverbindlich und kostenlos über psychische Gesundheit und Essstörungen aufzuklären, ihnen zu helfen, eigenes Risikoverhalten zu erkennen, sowie ihnen über das Internet Unterstützung anzubieten. So soll der Entwicklung von Essstörungen vorgebeugt und die Zeit zwischen ersten Symptomen und dem Beginn der professionellen Betreuung verkürzt werden.

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